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Zuckerrüben als Rohstoff für die Biogaserzeugung

Am 11. Juni 2010 fand der 15. Rübentag Mecklenburg-Vorpommern in Reutershof statt. Die Veranstaltung hatte den Schwerpunkt „Zuckerrüben als Rohstoff für die Biogaserzeugung“. Es wurde damit ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen, dass auch für „Nicht-Rübenanbauer“ interessant war. Entsprechend gut besucht war der Rübentag in der Nähe von Altentreptow, etwa 150 Besucher nutzten diese Fachveranstaltung.

Der neue Geschäftsführer der Zuckerfabrik Anklam, Herr Matthias Sauer, eröffnete die Veranstaltung.
Danach begrüßte Herr Dr. Wolfgang Wienkemeier, stellvertretender Abteilungsleiter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, die Teilnehmer und informierte über die Agrarumwelt-programme des Landes zur Förderung des Erosionsmindernden Anbaus durch Kombination des Anbaus von Zwischenfrüchten und der Mulch- oder Direktsaat.

Herr Dr. Andreas von Felde (KWS SAAT AG), ein anerkannter Experte für Erneuerbare Energien, hielt das Hauptreferat zum Schwerpunktthema. Das hohe Biogasertragspotenzial der Zuckerrüben mit hohen Züchtungsfortschritten wurde deutlich. Nach seinen Aussagen sind durch neue Lagerformen der Rüben günstige Verfahrensketten in den nächsten Jahren zu erwarten.
Mit seinen umfangreichen Erfahrungen mit Zuckerrüben als Substrat für eine Biogasanlage untersetzte Herr Dirk Ernst (Bioenergie Algermissen) die vorangegangenen Aussagen aus Sicht eines Landwirts und Anlagenbetreibers. Er legte seine praktischen und ökonomischen Erkenntnisse offen. Die Zuckerrübe bringt nach seinen Erfahrungen schnelles Gas und verbessert die Rühr- und Pumpfähigkeit, was zu Einsparungen im Eigenstrombedarf führt. Die Steigerung der Beladungsraten der Fermenter ermöglicht eine Erhöhung der Anlagenkapazität. Er zeigte in seinem Vortrag die Machbarkeit der Konservierung ganzer Zuckerrüben für die Biogasanlage durch luftdichte Abdeckung in großen Traunstein-Silos, ebenso die Mischsilage mit Mais, LKS und Sonnenblumen. Auch der Einsatz von frischen Rüben im Zeitraum September bis März hat sich bewährt.
Anschließend stellte Herr Jens-Peter Wegner von Suiker Unie GmbH die neuen Pläne zum weiteren Ausbau der Zuckerfabrik Anklam in Richtung Biogasproduktion vor.
Als praktizierender Rübenanbauer erläuterte der Vorsitzende des Anbauerverbandes, Herr Thies Holtmeier, seine Vorstellungen zum zukunftsorientierten Rübenanbau.

Zum Thema Rübenbestellung im Schlitzsaatverfahren referierte Herr Georg Sander von der Nordzucker AG, LIZ Uelzen. Er machte deutlich, wie diese derzeit wohl modernste Technologie zur Erosionsmindernden Bestellung von Zuckerrüben auch zur Optimierung der Nährstoffversorgung durch Unterfußdüngung dient. Die Einsatzmöglichkeiten sind auf Böden mit Tongehalten bis 8% begrenzt. Die Schlitzsaat verbessert die Durchwurzelung und damit die Wassereffizienz. Hohe Feldaufgänge, gute Jugendentwicklung und gleichwertige Zuckererträge sind die Folge.
Einsetzender, heftiger Regen machte die geplante Vorführung der Schlitzsaattechnik zur Rübenbestellung mit Unterfußdüngung auf dem Versuchsfeld unmöglich. Stattdessen erläuterte Herr Sander die Schlitzsaattechnik auf dem befestigten Hofgelände. Trotz der Regenfälle am Vormittag ließen sich zahlreiche Teilnehmer am Nachmittag nicht von der Besichtigung des Versuchsfeldes der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaus Anklam abhalten. Gleichzeitig konnten bereits im Frühjahr mit der Schlitzsaat-Technik bestellte Rübenparzellen besichtigt werden.

Die Moderation des Vortragsteils übernahm der Vorsitzende des Arbeitskreises Zuckerrübenforschung, Dr. Hubert Heilmann.
Abgerundet wurde das Programm durch 23 Aussteller aus den Bereichen Landtechnik, Züchtung und Industrie.
Es ist gelungen, ein sehr interessantes Programm mit hochkarätigen Referenten zusammen zustellen sowie modernste, innovative Technik vor Ort zu präsentieren.

Vortrag: A. von Felde Teil 1 (pdf, 3,8 MB)
Vortrag: A. von Felde Teil 2 (pdf, 1,8 MB)
Vortrag: D. Ernst (pdf, 2,6 MB)
Vortrag: J.-P. Wegner (pdf, 0,8 MB)
Vortrag: T. Holtmeier (pdf, 1,0 MB)
Vortrag: G. Sander (pdf, 1,5 MB)
Artikelinformationen
Herausgeber: Institut für Betriebswirtschaft 
Verfasser: Dr. H. Heilmann 
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2010